State: Germany, Weimar Republic
Issuer: Dinslaken, Stadt
Location of issue: Dinslaken, Rheinland / Nordrhein-Westfalen
Date of issue: 1.8.1920
Value: 10 Pfennig
Size: 90 x 58 mm
Material: white paper
Watermark: plastische Kette
Serial : -
Serial no. : 20589
Signatures: Dr. Saelmans (1)
Printer: Gebr. Parcus, München
Obv.: … , Stadtwappen.
Rev.: … , Wertangabe zwischen links Industriearbeitern mit Werkzeug und rechts Bauer am Pflug.
References: Tieste 1395.05.01.2 .
Die Hansestadt Dinslaken liegt am unteren Niederrhein am nordwestlichen Rand des Ruhrgebiets in Nordrhein-Westfalen und ist eine große kreisangehörige Stadt des Kreises Wesel im Regierungsbezirk Düsseldorf. Dinslaken grenzt im Süden an den Duisburger Stadtteil Walsum sowie an Oberhausen und ist etwa 13 km von Wesel im Nordwesten entfernt. Im Osten grenzt der Naturpark Hohe Mark-Westmünsterland an. Einwohner: 66.993 (31. Dez. 2024).
Ausgangspunkt der historischen Entwicklung Dinslakens wird eine Motte gewesen sein, ein Wohnhügel mit Graben und Schutzwall, an der Stelle der heutigen Burg gelegen. Der Name Dinslaken erklärt sich aus den bis in die 1950er Jahre im Stadtgebiet vorhandenen Tümpeln, Laken. Im 12. Jahrhundert wurde Dinslaken in einem Grund- und Zinsbuch des Klosters Werden als „Lake juxta instincfeld“ (Lake bei Hiesfeld) erstmals urkundlich erwähnt.
Der Name Dinslaken setzt sich aus „Dins“ (gedunsen, aufquellend) und „Laken“ (Lache, Pfütze) zusammen, was sich auf den nahe gelegenen Rotbach bezieht, der früher stark über die Ufer trat und „Lache“ genannt wurde; es bedeutet also „der Ort an der aufquellenden Lache“. Die erste urkundliche Erwähnung um 1163 als „Dincelacken“ oder „Dinslaken“ zeigt die Entwicklung von „Lake juxta Instincfeld“ (Lache bei Hiesfeld) zur heutigen Bezeichnung, die auf die häufigen Überschwemmungen des Rotbachs anspielte.
1288 gelangte die Burg an den Grafen von Kleve und diente als rechtsrheinische Bastion gegenüber dem Besitz des Erzbischofs von Köln. Bereits 1273 verlieh Graf Dietrich VII. von Kleve der Ortschaft Stadtrechte. Im Laufe des Mittelalters diente die Burg als einer der Sitze der Grafen von Kleve, Sitz eines Amtmannes oder später Verwaltungszentrum. Dinslakener Gewerbetreibende konzentrierten sich in dieser Zeit vor allem auf die Produktion und den Verkauf von Tuch und Leinen. Am 21. September 1412 stellte Graf Adolf II. von Kleve eine Urkunde aus, in der er der Stadt Dinslaken ein „Wollenamt“ (eine Tuchmachergilde) bewilligte. Vor 1433 entstand der Schwesternkonvent Marienkamp. 1478 erhielt Dinslaken Marktrechte und trat 1540 der Hanse bei.
Während des Achtzigjährigen Kriegs wurde die Dinslakener Burg 1627 durch niederländische Truppen eingenommen und niedergebrannt, jedoch später wiedererrichtet. 1667 ging Dinslaken in den Besitz der Kurfürsten von Brandenburg über. Erst 1770 wurde der Turm der Burg durch Blitzschlag schwer beschädigt und die Burg zum Sitz des Rentmeisters umfunktioniert.
Nachdem Dinslaken nach den Napoléonischen Kriegen 1814 zurück an Preußen gefallen war, wurde 1816 der Kreis Dinslaken gegründet. Aus der Mairie Dinslaken wurde die Bürgermeisterei Dinslaken. Der Kreis Dinslaken wurde 1823 mit dem Kreis Essen zum neuen Kreis Duisburg zusammengefasst. Erst zum 1. April 1909 existierte wieder ein Landkreis Dinslaken, nachdem das Gebiet vom 8. Dezember 1873 zum Landkreis Mülheim an der Ruhr und vom 20. April 1887 zum Landkreis Ruhrort gehört hatte.
Die wirtschaftliche Bedeutung Dinslakens lässt sich vor allem am Ausbau der Infrastruktur erahnen. 1855 hatte Dinslaken 1752 Einwohner. Am 1. Juli 1856 wurde nach einer Bauzeit von nur zwei Jahren der Abschnitt Oberhausen–Dinslaken der Hollandstrecke durch die Cöln-Mindener Eisenbahngesellschaft in Betrieb genommen und infolgedessen der Postkutschenverkehr eingestellt. 1896 wurde ein neues Amtsgerichtsgebäude fertiggestellt, welches später auch als Rathaus genutzt werden sollte. Im selben Jahr erwarben August und Josef Thyssen in Dinslaken Land, auf dem 1897 der Bau des Walzwerks der Gewerkschaft „Deutscher Kaiser“ begann.
1906 begann die bis 1912 andauernde Errichtung der Zeche „Lohberg“, wo erstmals 1909 Kohle gefördert werden konnte. 1913 zählte Dinslaken erstmals mehr als 10.000 Bürger. Im folgenden Jahr förderte die Zeche Lohberg 27.000 Tonnen Kohle. Eine Straßenbahnlinie vom Bahnhof nach Lohberg ging in Betrieb (1914). Während des Ersten Weltkrieges wurde die 1914 erbaute Viehhalle zum Kriegsgefangenenlager umfunktioniert und 1916 ein neuer Bahnhof in Betrieb genommen. 1917 verlieh der Stadtrat sowohl August Thyssen als auch Paul von Hindenburg die Ehrenbürgerschaft. Im selben Jahr wurde die bis dahin selbstständige Gemeinde Hiesfeld nach Dinslaken eingemeindet.
In der Endphase des Ersten Weltkrieges 1918 brach in Deutschland die Novemberrevolution aus, was zum Ende der Monarchie führte. Auch in der Stadt Dinslaken bildete sich ein Arbeiter- und Soldatenrat, und der Stadtrat beschloss die Bildung einer Schutzwehr. Bei den Wahlen zur Deutschen Nationalversammlung 1919 kam es insbesondere durch Konflikte mit kommunistischen Gruppen zu Unruhen in Dinslaken, die mit der Erschießung eines Arbeiters in Lohberg ihren tragischen Höhepunkt fanden. Im folgenden Jahr besetzten aufständische Arbeiter und Soldaten unter dem Namen „Rote Armee“ die Stadt; der Betriebsdirektor der Zeche Lohberg fiel im selben Jahr einem Mordanschlag zum Opfer. Als das Ruhrgebiet am 11. Januar 1923 wegen rückständiger Reparationszahlungen nach dem Friedensvertrag von Versailles von Frankreich und Belgien besetzt wurde, marschierten belgische Truppen auch in Dinslaken ein. Die Stadt, wirtschaftlich durch die aufkommende Inflation und Massenarbeitslosigkeit geschwächt, begann im selben Jahr eigenes Geld zu drucken, kurz darauf wurde jedoch auch in Dinslaken die Rentenmark eingeführt. Die allgemeinen Unruhen, insbesondere in Lohberg, setzten sich jedoch fort, es kam zu politischen Morden, der Betrieb der Zeche Lohberg kam zum Erliegen.
1924 räumten die belgischen Besatzer Dinslaken, und die Kohleförderung in Lohberg wurde erneut aufgenommen. Noch im selben Jahr besuchte Konrad Adenauer die Stadt, die sich langsam von den Wirrungen der Vorjahre erholte. 1926 gingen die August-Thyssen-Hütte und das Walzwerk Dinslaken in der neu gegründeten „Vereinigte Stahlwerke AG“ auf.
Wappen: Blasonierung: „In Silber (Weiß) eine rote Torburg mit offenem Tor in der beidseitig ansteigenden Zinnenmauer mit drei Türmen; der mittlere breiter, höher und gezinnt, die schlankeren Seitentürme haben Kugelspitzen.“ Abgeleitet vom ältesten Hauptsiegel aus der Zeit nach der Stadterhebung durch Graf Dietrich IV. von Kleve im Jahre 1273. Es drückt die Befestigung der klevischen Stadt aus.