1922 AD., Germany, Weimar Republic, Berlin (city), Notgeld, collector series issue, urban transport series, 1861, 2 Mark, Grabowski/Mehl 92.3-6/10. 064401 Obverse
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State: Germany, Weimar Republic
Issuer: Berlin (city), magistrate
Location of issue: Berlin (Brandenburg then / Berlin today) Stadt
Date of issue: 1.3.1922 AD.,
Value: 2 Mark
Size: ca.84 x 60 mm
Material: paper
Watermark: Achteckblumen
Serial :
Serial no. : 064401 (3,2 mm, small)
Signatures: (2)
Printer: ? ; designer: Ernst Böhm
Obv.: GILT BIS AUF WIDERRUF DURCH BE/ KANNTMACHUNG .... / 2 MARK / Bei Benutzung ... , city arms rampant bear at left, embossed Berlin city seal to right - Text, links einfaches Bärenwappen, rechts geprägtes Stadtwappen.
Rev.: BERLINER STRASSENLOKOMOTIVE / 2 MARK / Nr. ... / UM 1877 , depiction of the first Berlin street railroad about 1877.
References: Grabowski/Mehl 92.3-6/10 .
Die Berliner Gewerbeausstellung von 1896 war eine gigantische Leistungsschau, die Berlin in eine Weltstadt verwandelte . Mit 7,4 Millionen Besuchern auf 1,1 Millionen Quadratmetern bot sie einen Querschnitt aus Industrie, Technik und Kultur. Als "verhinderte Weltausstellung" bekannt, trieb sie den Ausbau der Infrastruktur, wie Straßenbahnen, entscheidend voran.
Die Notgeldscheine des Berliner Magistrats vom 1. März 1922 wurden nicht als Stadtkassenscheine bezeichnet, waren sie doch für Zahlungen des Fahrpreises bei der Städtischen Straßenbahn bestimmt.
Die Geldentwertung, die bereits im Ersten Weltkrieg begonnen hatte, nahm 1922 immer stärker zu, sodass in Berlin der Fahrpreis auf der Stadt- und Ringbahn am 1. Februar 1922 verdoppelt wurde. Er betrug nun in der 3. Wagenklasse 2 Mark. Um dem Kleingeldmangel vorzubeugen ließ der Magistrat daher für die Städtische Straßenbahn Notgeldscheine anfertigen, die genau dem Fahrpreis entsprachen. Die hübschen Scheinchen sorgten aber schon bald für Ärger. Bereits am 1. Juli 1922 stieg der Fahrpreis auf 3 Mark, sodass der Fahrgast zwei Scheine abliefern musste, aber wegen des Kleingeldmangels meist nichts zurück bekam.
Der Berliner Grafiker Ernst Böhm entwarf die Notgeldserie, die diesmal aus zehn Scheinen zu 2 Mark bestand. Am oberen Rand der einheitlich gestalteten Vorderseiten steht „GILT BIS AUF WIEDERRUF DURCH BE/“ und am unteren Rand „KANNTMACHUNG IM GEMEINDEBLATT.“, links „2 MARK“ und ein Wappenschild mit dem Berliner Bären, rechts vierzeilig „GUT / FÜR / ZWEI / MARK“, darunter im ausgespartem Feld ein Trockenstempelabdruck mit dem bekrönten Stadtwappen und der Überschrift „MAGISTRAT ZU BERLIN“. Im mittleren Feld auf orangefarbigen Unterdruck mit dem sich ständig wiederholenden versetzten winzigen Text „STÄDTISCHESTRASSENBAHN-MAGSTRATBERLIN …“ sechszeilig „Bei Benutzung / der / Städtischen Straßenbahn / BERLIN / 1. MÄRZ 1922 / DER MAGISTRAT“ und zwei gedruckte Unterschriften.
Die Rückseiten zeigen, wie schon bei den Stadtkassenscheinen vom 9. September 1921, in biedermeierischer Manier Bilder, nun nicht aus den verschiedenen Stadtbezirken, sondern aus der Verkehrsgeschichte der Stadt. Am Rand auf einem farbigen Ornament nach außen gekehrt links „2 MARK“ und rechts „Nr.“ und sechsstelliger schwarzer Kennnummer, die in zwei Größen vorkommt: 3,5 bzw. 4,5 mm. Dazwischen die Abbildung mit entsprechenden Angaben.
Die Scheine haben die Größe 85 mm x 60 mm und wurden auf gelblich-bräunlichem Papier mit dem Wasserzeichen „Achteckblumen“ gedruckt. Man findet sie im Katalog Grabowski/Mehl: "Deutsches Notgeld, Bände 1 und 2: Deutsche Serienscheine 1918–1922" unter Nr. 92.3.
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