State: Germany, Weimar Republic
Issuer: Glatz, Stadt
Location of issue: Glatz (town) (Schlesien / Polen: K?odzko)
Date of issue: Mai1921 AD.,
Value: 25 Pfennig
Size: ca. 81 x 56 mm
Material: paper
Watermark: Ovalmuster
Serial : -
Serial no. : -
Signatures: (2)
Printer: L. Schirmer, Glatz
Obv.: Notgeld der Stadt Glatz / ... , drei Kränze mit Stadtwappen und schwarzem Text.
Rev.: 25 - 25 / ... / Aus vergangenen Tagen. , Grünes Tor in Glatz mit Wallgraben und Befestigungswerk. Grüner Druck.
References: Grabowski/Mehl 431.1 5/12 .
K?odzko (deutsch Glatz; schlesisch Glootz; tschechisch Kladsko) ist heute die Kreisstadt des Powiat K?odzki in der Woiwodschaft Niederschlesien in Polen. Sie hat 24.810 Einwohner (Stand: 1. Januar 2024) und war die historische Hauptstadt der Grafschaft Glatz. K?odzko liegt etwa 80 Kilometer südlich von Breslau im Glatzer Kessel, der von Gebirgen umgeben ist.
Der böhmische Chronist Cosmas von Prag erwähnte die Siedlung erstmals im Jahre 981 als „castellum Kladsko“. Auf dem für Verteidigungszwecke gut geeigneten felsigen Hügel am linken Neißeufer ließ der Böhmenfürst Slavnik, Vater des Heiligen Adalbert, eine gegen Polen gerichtete hölzerne Burg errichten. Diese Burg und der dazugehörige tschechische Marktflecken Kladsko wurden im Streit zwischen Böhmen und Polen mehrmals belagert und zerstört. Nachdem Glatz 1114 kurzfristig an Polen geraten war, ließ Sob?slav von Böhmen 1129 die Burg noch stärker befestigen, um die wichtige Straße Prag – Nachod – Glatz – Breslau zu sichern. Der 1137 abgeschlossene Pfingstfrieden von Glatz beendete die Streitigkeiten und festigte die Zugehörigkeit zu Böhmen.
Im 12./13. Jahrhundert entwickelte sich das von Tschechen bewohnte Glatz durch deutsche Siedler, die u. a. vom böhmischen König Ottokar II. P?emysl ins Land gerufen worden waren, zum Mittelpunkt des aufstrebenden Glatzer Landes. Unterhalb des Burgbergs entstand eine ummauerte Ortschaft, die bereits 1114 als „urbs“ (Stadt) bezeichnet wurde. Urkundlich belegt sind das Hospital der Johanniter für 1183, die Johanniterkommende um 1243, die nordwestlich der Burg gelegene Wenzelskirche für 1184 und die Marienkapelle auf dem Schlossberg für 1194. Die deutsche Namensform Glatz ist erstmals für das Jahr 1223 belegt. Im Jahr 1275 erhielt Glatz den Status einer Stadt nach Magdeburger Recht. 1334 erwarb die Stadt die städtische Vogtei und damit eine eigene Gerichtsbarkeit.
In den Hussitenkriegen konnte sich Glatz verteidigen und blieb von Zerstörungen weitgehend verschont. Nachdem 1454 der böhmische König Georg von Podiebrad das Glatzer Land erworben und es 1459 zur Grafschaft erhoben hatte, wurde Glatz Hauptstadt der gleichnamigen Grafschaft. Sein Sohn, Herzog Heinrich der Ältere von Münsterberg, erster regierender Graf von Glatz, verlegte seinen Wohnsitz in die Stadt Glatz und baute die Burg zu einem Schloss um. Bis ins 16. Jahrhundert existierte in Glatz eine tschechische Minderheit. Während des Dreißigjährigen Krieges wurden 930 der damals 1300 Gebäude zerstört. Zu den Verwüstungen kam 1635 eine Pestepidemie, der 4000 Einwohner zum Opfer fielen, so dass die Stadt weitgehend entvölkert war. Auch 1680 wütete wieder die Pest, die 1500 Tote zur Folge hatte.
Während der Schlesischen Kriege wurde Glatz mehrmals belagert und erobert. Nach dem Hubertusburger Frieden 1763 fiel Glatz endgültig an Preußen. In den Napoleonischen Kriegen während des Schlesischen Feldzuges konnte Glatz durch Friedrich Wilhelm von Götzen d. J. verteidigt werden und blieb unbesetzt.
In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts stieg die Bevölkerungszahl durch neu erschlossene Baugebiete deutlich an. Gleichzeitig verlor die Festung Glatz ihre militärische Bedeutung und diente als Gefängnis für politische Gefangene. Glatz blieb jedoch Garnisonsstadt. Die Verkehrserschließung durch die Eisenbahn (1874 nach Breslau, 1875 nach Mittelwalde, 1880 nach Waldenburg, 1890 nach Rückers, 1897 Seitenberg, 1902 nach Bad Reinerz und 1905 nach Bad Kudowa) hatte einen bedeutenden wirtschaftlichen Aufschwung zur Folge. Um 1900 hatte Glatz zwei katholische Kirchen, eine evangelische Kirche, eine Synagoge, ein Gymnasium mit Konvikt, eine Reihe unterschiedlicher Fabrikationsbetriebe und war Sitz eines Landgerichts.
Als Folge des Zweiten Weltkriegs fiel Glatz 1945 mit dem größten Teil Schlesiens an Polen. Nachfolgend wurde es in K?odzko umbenannt. Die deutsche Bevölkerung wurde weitgehend vertrieben. Die neu angesiedelten Bewohner waren teilweise Zwangsumgesiedelte aus Ostpolen, das an die Sowjetunion gefallen war. Das Wappen der Stadt Glatz zeigt einen silbernen (weißen) Löwen mit goldener Krone vor einem roten Hintergrund. Es geht zurück auf die mittelalterlichen Siegel der Stadt. Bei dem im Stadtwappen dargestellten Löwen handelt es sich um den Böhmischen Löwen.
Eine Serie mit sehr schön gestaltetem Notgeld kam im Mai 1921 heraus; die vier histo- rischen Stadtansichten des Mottos „Aus vergangenen Tagen“ zeigten die Minoritenkirche mit dem alten Stadttor auf dem Brücktorberg, das Böhmische Tor, das und das Grüne Tor. Diese Bilder sind eine Erinnerung an die ehemalige Bedeutung der Festungsstadt Glatz. Die Stadttore wurden mit der Schleifung der Stadtmauern 1880-1911 abgerissen.