1921 AD., Germany, Weimar Republic, Königswinter (Königswinter Bank und Honnefer Volksbank), Notgeld, collector series issue, 50 Pfennig, Grabowski/Mehl 730.1-5/8. 1504 Reverse
State: Germany, Weimar Republic
Issuer: Königswinter (Königswinter Bank und Honnefer Volksbank)
Location of issue: Königswinter (town) (Rhl / NW)
Date of issue: 1.11.1921 AD.,
Value: 50 Pfennig
Size: 89 x 62 mm
Material: white paper
Watermark: Parkett
Serial : 1504 (all: 1501-1512 )
Serial no. : -
Signatures: (2)
Printer: B. Kühlen, Mönchengladbach ; designer: Franz Josef Krings
Obv.: 50 - 50 / KURHOTEL AUF D. PETERSBERG / Dieser Gutschein ... / / …. , Kurhotel auf dem Petersberg. Druck grün, ohne Gemeindestempel, ohne Drucker.
Rev.: STRÖMT HERBEI IHR VÖLKER- / SCHAREN, ZU DES DEUTSCHEN / RHEINES STRAND! … , poem Julius Inkermann, arms flanking.
References: Grabowski/Mehl 730.1-5/8 .
Königswinter ist eine Stadt im Rhein-Sieg-Kreis in Nordrhein-Westfalen mit 41.277 Einwohnern (31. Dezember 2019), auf der östlichen Rheinseite gegenüber dem Stadtbezirk Bad Godesberg der Bundesstadt Bonn. Die Stadt liegt zu Füßen des Siebengebirges mit dem Petersberg, der als Standort des Bundesgästehauses vielfach Stätte von Konferenzen mit nationaler und internationaler Ausstrahlung wurde. In den Jahren 1064 und 1269 wurde der Ort als „Wintere“ und 1316 als „Wynteren inferior“ (Niederwinter) erwähnt. Erst 1342 erschien zum ersten Mal der Name „Kuoningwinteren“. Der Name Königswinter entstand angeblich, nachdem Karl der Große am Drachenfels eine Weindomäne erworben hatte, es somit ein königlicher Winzerort (lateinisch Vinetum = Weingarten) geworden war, wofür es jedoch keinerlei Nachweis gibt.
Anfang des 19. Jahrhunderts war in Königswinter die einzige befestigte Straße die heutige Hauptstraße, an der man auch die ältesten Gebäude findet. Weinanbau, Forstwirtschaft, Steinbruch und eine Mine waren die Arbeitgeber. Der bereits im 18. Jahrhundert einsetzende und im 19. Jahrhundert sich verstärkende Fremdenverkehr erschloss dem Ort eine neue wirtschaftliche Grundlage. Insbesondere der Drachenfels wurde durch das romantische Gedicht „The Castled Crag of Drachenfels“ Lord Byrons bekannt und seitdem von britischen Reisenden auf der Grande Tour aufgesucht. Weitere Berühmtheit erlangte der Drachenfels auch durch die Ende des 18. Jahrhunderts wiederentdeckte und von dem Bonner Germanisten Karl Simrock aus dem Mittelhochdeutschen übersetzte Nibelungensage.
Nach Inkrafttreten des Versailler Vertrags 1920 gehörte Königswinter (inkl. eines Großteils des heutigen Stadtgebietes) zunächst zum unbesetzten Gebiet im Rheinland. Die Grenze zur fünfjährigen Besatzungszone verlief zwischen Oberkassel und Oberdollendorf. Infolge des Ruhrkampfs wurde auch Königswinter am 25. Februar 1923 als Teil des sog. „Einbruchsgebiets“ im südlichen Siegkreis und nördlichen Kreis Neuwied von französischen Truppen besetzt.
Der Drachenfels ist ein Berg im Siebengebirge am Rhein zwischen Königswinter und Bad Honnef. Aufgrund seiner markanten Lage über dem Rheintal, der Ruine der Burg Drachenfels, seiner Verwendung als Sujet der Rheinromantik und einer frühen touristischen Erschließung erlangte er im 19. Jahrhundert weite Bekanntheit. Mit einer Höhe von 321 m ü. NHN liegt der Gipfel rund 270 m über dem Rhein.
Der Text „Strömt herbei ihr Völkerscharen, zu des deutschen Rheines Strand!“ ist der Beginn eines populären deutschen Volks- und Trinkliedes mit dem Titel "Rheinlied", das 1848 von Otto Julius Inkermann (als C.O. Sternau) geschrieben und später von Peter Johann Peters vertont wurde; es beschreibt die Schönheit und den Wein des Rheins und ruft Menschen aus aller Welt herbei, um die Freude und das Leben am Rhein zu teilen.
Otto Julius Inkermann, Pseudonym C. O. Sternau (* 23. Januar 1823 in Delitzsch; † 1862), war ein deutscher Schriftsteller und Buchhändler.
Liedtext:
Strömt herbei, ihr Völkerscharen
zu des deutschen Rheines Strand;
wollt ihr echte Lust erfahren
o so reichet euch die Hand.
Nur am Rheine will ich leben
nur am Rhein geboren sein,
wo die Berge tragen Reben
und die Reben gold´nen Wein!
Mögen tausend schöne Frauen
locken euch mit aller Pracht,
wo Italiens schöne Auen,
wo in Düften schwelgt die Nacht.
Nur am Rheine will ich lieben,
denn in jedes Auges Schein
stehet feurig es geschrieben:
nur am Rheine darfst du frei'n!
Mag der Franzmann eifrig loben
seines Weines Allgewalt,
mag er voll Begeist’rung toben
wenn der Kork der Flaschen knallt;
nur am Rheine will ich trinken
einen echten deutschen Trank,
und solang noch Becher blinken
töne laut ihm Lob und Dank!