State: Germany, Weimar Republic
Issuer: Brieg, Stadt
Location of issue: Brieg, Schlesien
Date of issue: 18.1.1921
Value: 25 Pfennig
Size: 90 x 62 mm
Material: paper
Watermark: -
Serial : E
Serial no. : 101416
Signatures: (2)
Printer:
Obv.: … , Text zwischen Kirchensilhouetten über dem Stadtwappen mit Engel, links als Trickensiegel.
Rev.: … , Stadtsilhouette mit Oderbrücke.
References: Tieste 0930.15.15 .
Brzeg, deutsch Brieg (schlesisch Brigg, schlonsakisch Brzyg), ist heute Kreisstadt im Powiat Brzeski der Woiwodschaft Opole in Polen. Von 1311 bis 1675 war Brieg Residenzstadt des Herzogtums Brieg und von 1907 bis 1945 Kreisfreie Stadt im Deutschen Reich. Die Stadt liegt am linken Ufer der Oder 148 m über dem Meeresspiegel, 42 Kilometer südöstlich von Breslau, etwa auf halbem Wege zwischen Breslau und Oppeln. Einwohner: 33.403 (1. Jan. 2024).
Die Stadt geht auf ein bereits um 1200 bestehendes Fischerdorf „Wissoke Brzegh“ („hohes Ufer“) zurück, das hochwassersicher am hohen Ufer eines alten Oderübergangs angelegt worden war.
Die Stadt Brieg wurde im Zuge der mittelalterlichen Ostkolonisation vor 1250 nach deutschem (Halle-Neumarkter) Recht gegründet. Gründer waren die vom regierenden Piastenherzog beauftragten Lokatoren Gerkinus von Goldberg, Ortlif und Heinrich von Reichenbach. Letzterer schenkte der jungen Stadt sein Familienwappen, die Wolfssense, als Stadtwappen.
Das Wappen der Stadt Brzeg (Brieg) zeigt drei im Kreis angeordnete silberne Doppelhaken auf rotem Grund. Es geht zurück auf die mittelalterlichen Siegel der Stadt. 1382 übernahm man das städtische Wappen mit einem halben Engel als Schildhalter.
Von 1311 bis 1675 war das an der „Hohen Straße“ gelegene Brieg die Residenz der Herzöge von Brieg, Liegnitz-Brieg und Liegnitz-Brieg-Wohlau, also von Teillinien der schlesischen Piasten, und lag seit 1335 in den Grenzen des Heiligen Römischen Reichs.
Nach dem Tode des letzten Piasten-Herzogs Georg Wilhelm im Jahre 1675 fiel Brieg zusammen mit dem Herzogtum als erledigtes Lehen an Böhmen, dessen Könige seit 1526 die Habsburger waren. Mit dem Absetzen und der Nichtanerkennung der Erbfolge von Georg Wilhelms unehelichem Sohn Martin ging sowohl die Piastendynastie als auch die große Zeit Briegs als Fürstenresidenz zu Ende. Brieg wurde, wie ganz Schlesien, österreichisch. Gegenüber den brandenburgischen Erbansprüchen, die aus dem Vertrag von 1537 herrühren, setzte sich Habsburg, dem die Piasten lehnsuntertänig waren, durch. Die Stadt hatte damals rund 3600 Einwohner, die fast durchgehend evangelisch waren.
Die Stadt wurde, wie bis ins folgende Jahr 1742 das gesamte Schlesien, in diesem Ersten Schlesischen Krieg von Preußen erobert. Die Stadt wurde eine „fleißige Arbeiterin“ im preußischen Gesamtstaat, denn es wurden nun Kasernen, Magazine und Tuchfabriken gebaut.
Von 1819 bis 1850 war Brieg Sitz des Oberbergamts und erlebte einen starken wirtschaftlichen Aufschwung durch den Bau der Eisenbahnen und dem Ausbau der Oder zu einer Großschifffahrtsstraße. Bereits 1842 fuhr der erste Zug auf der neueröffneten Bahnstrecke nach Breslau, die heute als die älteste Bahnstrecke Polens gilt. Es folgten die Strecken nach Oppeln, Neisse und Wansen. Die Einwohnerzahl stieg von 4.406 im Jahre 1757 auf 27.486 im Jahr 1905.
Im Jahr 1939 zählte die Stadt 31.419 Einwohner (74 Prozent davon waren evangelisch). Am 6. Februar 1945 wurde Brieg – nach tagelangen Kämpfen zur Hälfte zerstört – von sowjetischen Truppen erobert und besetzt. Nach Kriegsende wurde die Stadt unter polnische Verwaltung gestellt. Die deutschen Bewohner wurden zwischen 1945 und 1947 größtenteils von der örtlichen polnischen Verwaltungsbehörde vertrieben und durch Polen ersetzt.