State: Germany, Weimar Republic
Issuer: Nördlingen (town)
Location of issue: Nördlingen (town) (Bay / Bay) Stadt
Date of issue: 1.12.1920 AD.,
Value: 50 Pfennig
Size: ca. 115 x 75 mm
Material: paper
Watermark: -
Serial : -
Serial no. : 38237
Signature: Mainer (1)
Printer: ? ; designer: O. - G.
Obv.: 50 - 50 / Gutschein über …. , at center view of the city of Nördlingen. - in der Mitte Blick auf die Stadt Nördlingen. Unterdruck gelb.
Rev.: O. - G. / GUTSCHEIN ÜBER …. / Nördlingen 1.DEZ..20 / …. , monument without poem at center, landscape view behind. - in der Mitte Denkmal ohne Gedicht, dahinter Blick auf eine Landschaft. Unterdruck gelb.
References: Grabowski/Mehl 978.14-1/4 .
Nördlingen ist eine Große Kreisstadt in Bayerisch-Schwaben und größte Stadt des Landkreises Donau-Ries. Einwohner ~13.500.
Das erstmals 898 n. Chr. urkundlich erwähnte Nördlingen war von der Stadterhebung durch den Stauferkönig Friedrich II. bis zur Eingliederung ins Kurfürstentum Bayern im Zuge der Mediatisierung 1802 eine selbstständige Reichsstadt im Heiligen Römischen Reich. Aufgrund seiner Lage an der Kreuzung zweier großer Handelsstraßen (Frankfurt/Würzburg–Augsburg und Nürnberg–Ulm) war Nördlingen vom Mittelalter bis in die Frühe Neuzeit ein bedeutender Handelsplatz. Der durch die Verheerungen des Dreißigjährigen Krieges und Verlagerung der Handelsrouten verursachte wirtschaftliche Bedeutungsverlust und Stillstand trugen zur weitgehenden Erhaltung des mittelalterlichen Stadtbildes bei und machten Nördlingen letztlich zu einem Ziel des Kulturtourismus.
Der Name Nördlingen leitet sich von seiner Lage im Nördlinger Ries ab, einem riesigen Meteoritenkrater, der vor Millionen von Jahren einschlug, wobei der Name "Nördlingen" wahrscheinlich auf die geografische Position innerhalb dieses kreisförmigen Beckens, also "im Norden" des Riesen, hinweist, was sich im Laufe der Zeit zu "Nördlingen" entwickelte. Die Endung "-lingen" deutet oft auf eine Siedlung hin (z.B. "-hausen", "-dorf"), während "Nörd-" sich auf die Richtung bezieht, in der die Siedlung im Krater liegt.
Die Stadt Nördlingen in Schwaben gab selbst verschiedene Notgeldausgaben aus. Zwischen 1917 und 1920 emittierte sie in jedem Jahr Gutscheine zu 50 Pfennig, 1918 auch Gutscheine zu 20 Pfennig. Die Scheine zeigen Wappen, Stadtansichten und nehmen Bezug zum Ersten Weltkrieg. So ist auf den 50-Pfennig-Scheinen von 1917 ein Porträt Paul von Hindenburgs (1847-1934) zu sehen, dazu ein Gedicht mit Durchhalteparolen. Die Ausgabe von 1918 ist eine Serie á 5x50 Pfennig und 5x20 Pfennig, auf den Vorderseiten ist immer das Wappen, auf den Rückseiten verschiedene Standansichten zu sehen. Auch die Ausgaben des Inflationsjahrs 1923 zeigen verschiedene Stadtansichten und ein Gedicht, das die Folgen der Inflation thematisiert. Die Stadt emittierte gemeinsam mit der Fürstlich Öttingen-Wallersteinischen Standesherrschaft wertbeständiges Notgeld zu 42 Goldpfennig bis 4,20 Goldmark. Sie zeigen das Wappen der Stadt und das Wappen der Fürsten von Öttingen-Wallerstein. Eine besondere Verwendung erfuhren die leeren Rückseiten dieser Ausgabe: Sie wurden für die Ausstellung der sogenannten Hockersteuer verwendet. Die Nacht- oder Hockersteuer ist erstmals aus Stuttgart bekannt, um in der Nachkriegszeit des Ersten Weltkriegs der Stadt zusätzliche Einnahmen zu ermöglichen. In Wirtschaften mussten Gäste, die nach 23:00 Uhr noch im Lokal blieben, eine Steuer zahlen, für die sie eine Nachtsteuer-Marke als Quittung erhielten. Andere Städte wie Dinkelsbühl oder Nördlingen griffen diese Besteuerung auf, die 1924 jedoch wieder abgeschafft wurde.