State: Germany, 2nd Empire
Issuer: Lamsdorf (Oberschlesien), POW-Camp WWI , Gefangenenlager Lamsdorf
Location of issue: Lamsdorf (Oberschlesien)
Date of issue: 1915-1918 AD.,
Value: 1 Mark
Size: ca. 111 x 70 mm
Material: paper
Watermark: Wellenbündel
Serial : -
Serial no. : 666
Signatures: - (0)
Printer: F. Bärs Buchdruckerei G.m.b.H., Neisse
Obv.: / … , schwarzer Druck und blauer Linienstempel „Lager-Kasse / des Gefangenenlagers Lamsdorf.“.
Rev.: 666 - 666 .
References: Tieste 05.01 .
Die ?ambinowice (deutsch Lamsdorf, auch Lammsdorf) ist ein Ort in der Landgemeinde ?ambinowice im Powiat Nyski der Woiwodschaft Opole (Oppeln) in Polen. Historische Bedeutung erlangte das Dorf durch das Kriegsgefangenenlager Stalag VIII B (344) Lamsdorf.
„Lambinowicz“ wurde im Jahr 1273 erstmals urkundlich erwähnt. 1335 ist es in der Schreibweise Lamberti und 1536 als Glombinowicz belegt.
Das Dorf wurde im Jahr 1273 erstmals als „Lambinowicz“ urkundlich als Besitz des Ritters Joann Zaya erwähnt, dann 1335 in lateinischer Sprache als „villa Lamberti“. Vermutlich erhielt das Dorf seinen Namen vom Lokator, dem Anführer der deutschen Siedler, namens Lambert. Damals lag Lamsdorf an der Ostgrenze des Neisser Bistumslandes. Bis ins 19. Jahrhundert war der Ort im Besitz unterschiedlichster Adeliger, z.B. im Jahre 1613/24 des Karl von Nimptsch, 1692 der Isolda von Hoditz, zwischen 1734 und 1776 der Maria Antonia von Vogdin, 1818 bis 1839 des Sigismund von Förster u.v.a.m. Gemäß dem Urbarium von 1579 gab es in der frühen Neuzeit in Lamsdorf 21 Bauern. Während des Dreißigjährigen Kriegs wurde das Dorf 1632 geplündert und zerstört. Seitdem wurde auch die Kirche in Lamsdorf eine Filiale, zunächst von Psychod, später von Grüben.
Für das 18. Jahrhundert sind ein Kretscham und eine Schmiede in Lamsdorf nachgewiesen. Zu dieser Zeit verzeichnete der Ort ein rasantes Bevölkerungswachstum. Im Jahre 1817 wurde Lamsdorf dann im Rahmen einer Verwaltungsreform dem Kreis Falkenberg zugeschlagen. Seit 1864 legte die Preußische Armee in der Umgebung von Lamsdorf für das VI. Armeekorps einen Truppenübungsplatz an. Seitdem waren in Lamsdorf jeden Sommer über 2.000 Soldaten stationiert.
Während des Dreißigjährigen Krieges wurde das Dorf geplündert und zerstört.[1] Nach dem Ersten Schlesischen Krieg 1742 fiel Lamsdorf mit dem größten Teil Schlesiens an Preußen. Von 1743 bis 1817 gehörte es zum Landkreis Neisse. Nach der Neugliederung der Provinz Schlesien gehörte die Landgemeinde Lamsdorf ab 1817 zum Landkreis Falkenberg O.S., mit dem es bis 1945 verbunden blieb. 1845 bestanden im Dorf eine katholische Kirche, eine katholische Schule, zwei Vorwerke und 88 Häuser. Im gleichen Jahr lebten in Lamsdorf 540 Menschen, davon sechs evangelisch.[2] 1855 lag die Einwohnerzahl bei 580 und 1861 waren es 603 Einwohner.[3] Ab 1864 legte die Preußische Armee bei Lamsdorf für das VI. Armeekorps einen Truppenübungsplatz an, den hauptsächlich die Fußartillerie nutzte.[4][1] 1865 zählte das Dorf 14 Bauern-, 30 Gärtner- und 20 Häuslerstellen. Im gleichen Jahre wurde die Schule von 120 Schülern besucht.[3] 1874 wurde der Amtsbezirk Schaderwitz gebildet, dem die Landgemeinden Lammsdorf und Schaderwitz und die gleichnamigen Gutsbezirke eingegliedert wurden.[5] 1885 zählte Bauschwitz 584 Einwohner.[6] Um 1930 wurde der Amtsbezirk Schaderwitz in Lamsdorf umbenannt.[5] 1933 lebten 945 Einwohner in Lambsdorf, 1939 waren es 1120 Einwohner. Bis 1945 befand sich der Ort im Landkreis Falkenberg O.S.
In Lamsdorf wurde erstmals im Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 ein Lager für französische Kriegsgefangene eingerichtet. Im Ersten Weltkrieg wurden hier insbesondere russische Soldaten gefangen gehalten, jedoch auch solche aus Rumänien, Italien, Groß-Britannien Belgien etc. Von ihrem Leid zeugen bis heute 6.969 Gräber auf dem Alten Kriegsgefangenenfriedhof.
Während des Zweiten Weltkrieges war in Lamsdorf einer der größten Kriegsgefangenen-Lagerkomplexe der Wehrmacht, bestehend aus dem Stalag VIII B („Britenlager“), dem Stalag VIII F/318 („Russenlager“) sowie dem Stalag 344. Etwa 400.000 Gefangene sollen hier während des Krieges inhaftiert worden sein, davon ca. die Hälfte Soldaten der Roten Armee. Ungefähr 42.000 von ihnen starben während ihrer Internierung.
Am 17. März 1945 wurde das Lager von der Roten Armee befreit, aber im Anschluss noch für mehr als ein Jahr von den polnischen Behörden zur Internierung der zur Vertreibung vorgesehenen deutschen Bevölkerung der umliegenden Dörfer genutzt. Besonders berüchtigt war der Lagerkommandant Czes?aw G?borski, der innerhalb von drei Monaten durch Folterungen und Gewalttaten über 1.000 von insgesamt 9.000 internierten Deutschen sterben ließ. Auch die Bevölkerung von Lamsdorf wurde in den folgenden Monaten vertrieben und durch polnisch Neusiedler aus dem Osten ersetzt. Seit 1964 ist im Ort ein Museum zur Geschichte des Lagers eingerichtet.