1921 AD., Germany, Weimar Republic, Bordesholm, Gemeinde, Notgeld, collector series issue, 50 Pfennig, Grabowski/Mehl 144.1-4/4. Reverse
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State: Germany, Weimar Republic
Issuer: Bordesholm, Gemeinde
Location of issue: Bordesholm (SH / SH) Gemeinde, Deutsches Reich, Schleswig-Holstein, Landkreis Bordesholm
Date of issue: 30.6.1921, gültig bis 31.12.1921 , Serie: Linde
Value: 50 Pfennig
Size: ca. 94 x 63 mm
Material: paper
Watermark: -
Serial : -
Serial no. : -
Signatures: (1)
Printer: August Westphalen, Flensburg ; designer: Johann Holtz (Künstler)
Obv.: … , Oben mittig preußischer Adler, beidersets Ranken mit Lindenblättern.
Rev.: GRVNDWATERKRAFT IS NOT / HOLTZ / … , unter der Bordesholmer Linde sitztende Mutter mit Kindern, .
References: Grabowski/Mehl 144.1-4/4 .
Bordesholm (auch Bardesholm (1302), von mittelniederdeutsch Bard = „Ufer“ und Holm = „Insel“) ist eine Gemeinde des Amtes Bordesholm im Kreis Rendsburg-Eckernförde in Schleswig-Holstein. Bekannt ist der Ort durch den Bordesholmer Altar und die gleichnamige Marienklage. Nach dem Ort ist zudem ein Autobahndreieck benannt, an dem seit den 1970er Jahren die Bundesautobahn 215 von der Bundesautobahn 7 in Richtung Kiel abzweigt. Einwohner: 7855 (31. Dez. 2024).
Der Ortsteil Alt-Bordesholm um die Klosterkirche herum liegt auf einer ehemaligen Insel, der Klosterinsel. Umfangreiche Wasserstandssenkungen sowie bauliche Veränderungen (Parkplätze und Gebäude) haben dazu geführt, dass der Inselcharakter verloren ging und nur noch durch das die ehemalige Insel umgebende Feuchtgrünland angedeutet wird.
Die Grundlage für die spätere Entstehung des Ortes wurde 1330 gelegt durch den Umzug des 1127 von Bischof Vicelin († 1154) gegründeten Augustiner-Chorherrenstifts von Neumünster auf eine Insel im damaligen Eidersteder See. Der Bau der noch heute vom Kloster Bordesholm erhaltenen Klosterkirche wurde 1309 begonnen, Das Chorherrenstift wurde kultureller und wirtschaftlicher Mittelpunkt der Region zwischen Kiel und Neumünster.
Im Zuge der Reformation wurde das Chorherrenstift im Jahr 1566 unter Herzog Hans dem Älteren geschlossen. Auf fast identischem Gebiet des Klosters entstand das weltliche Herzoglich-Gottorfsche Amt Bordesholm im Besitz der Gottorfer Herzöge. Als auch die Lateinschule, die in den Räumen des Klosters untergebracht war, 1665 für die Gründung der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel aufgegeben wurde, verfielen die Kirche und die Wirtschaftsgebäude. Die Klosterbibliothek bildete dann den Grundstock der Universitätsbibliothek Kiel. Der Bordesholmer Altar von Hans Brüggemann wurde in den Schleswiger Dom überführt.
Bordesholm gehörte von 1739 bis 1773 zum Großfürstlichen Anteil des Herzogtums Holstein und nach dem Vertrag von Zarskoje Selo bis 1864 zum dänischen Gesamtstaat. Durch den Ort führte die Altona-Kieler Chaussee. Diese ca. 94 km lange Landstraße wurde zwischen 1830 und 1832 vom damaligen Landesherrn, König Friedrich VI. von Dänemark, erbaut. 1844 wurde ca. zwei Kilometer östlich vom damaligen Ortskern ein Bahnhof an der Strecke Hamburg-Altona–Kiel eröffnet.
Nach dem Deutsch-Dänischen Krieg wurde Schleswig-Holstein zur preußischen Provinz Schleswig-Holstein im Norddeutschen Bund. Im Rahmen der preußischen Verwaltungsreform 1867 wurde das Amt aufgelöst und die neu geschaffene Gemeinde Bordesholm wurde erst Teil des Kreises Kiel (1867 bis 1883). Später wurde Bordesholm dann Amtssitz für den Landkreis Kiel (1883 bis 1907) und danach für den Kreis Bordesholm (1907 bis 1932). 1906 kam zur Gemeinde Bordesholm im Rahmen einer Vereinigung die bis dahin eigenständige Gemeinde Eiderstede hinzu. Eiderstede hatte damals 733 Einwohner und umfasste 544 Hektar Land, Bordesholm hatte 589 Einwohner und umfasste 279 Hektar Land. Am 1. Juli 2007 gab die Gemeinde ihre Amtsfreiheit auf und bildet seitdem mit den Gemeinden des bisherigen Amtes „Bordesholm-Land“ das Amt Bordesholm.
Wappen: Blasonierung: „In Gold über blauem Wellenschildfuß, dieser belegt mit einer silbernen Lilie, eine wachsende grüne Linde.“
Die Bordesholmer Linde, einer der ältesten schleswig-holsteinischen Bäume und bekannte Sehenswürdigkeit, war bis zu Beginn des 19. Jahrhunderts auch die Gerichtslinde des Amtes Bordesholm im Kreis Rendsburg-Eckernförde in Schleswig-Holstein.
Sie ist eine alte Winter-Linde (Tilia cordata) in Bordesholm. Als einer der ältesten und bekanntesten Bäume Schleswig-Holsteins war sie eine bekannte Sehenswürdigkeit und bis 2018 als Naturdenkmal geschützt. Die Linde ist Bestandteil des Wappens von Bordesholm. Sein Wappen hat Bordesholm der um die 670 Jahre alten Bordesholmer Linde zu verdanken, die sich in der Nähe der Klosterkirche befindet. Am 29. Mai 2018 brachen zwei große Stämme der Linde, da sie bereits seit Jahren vom Brandkrustenpilz befallen war, so dass lediglich noch ein Rest des Naturdenkmales verblieb.
Die Linde – mittlerweile nur noch ihr Stumpf – befindet sich in der historischen Mitte Bordesholms nahe der Klosterkirche des ehemaligen Klosters Bordesholm und ist frei zugänglich. Bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts war sie die Gerichtslinde des Amtes Bordesholm. Über das Alter des Baumes gibt es unterschiedliche Angaben. Auf der einen Seite geht man davon aus, dass er ca. 1350 angepflanzt wurde und ein letztes lebendes Denkmal aus der Bordesholmer Klosterzeit ist. Erstmals erwähnt wurde der Baum von Peter Dankwerth, einem Sohn des Kartografen Caspar Danckwerth, der um 1600 Klosterschüler in Bordesholm war und in seiner Chronik schreibt, dass der Konrektor Andreas Grotheim (später Senator in Kiel) die Linde ca. 1580 anpflanzte. Danach wäre der Baum zum Zeitpunkt der radikalen Kürzung 2018 nicht ca. 700, sondern erst ca. 440 Jahre alt gewesen. Die Linde hatte bis in die 1970er Jahre eine Höhe von etwa 18 m, die Breite der Krone betrug bis zu 30 m. Der unregelmäßig geformte Stamm mit einem Durchmesser von bis zu 2,30 m war lange Zeit von einer Sitzbank umgeben. In den 2000er Jahren wurden zunehmend baumpflegerische Maßnahmen notwendig. So wurden einige Äste gekürzt, um die Last zu verringern. Weitere Äste wurden durch Stützen und die Baumkrone mit Seilverbindungen gesichert. Es kam zu deutlichen Anzeichen des Absterbens einiger Äste aufgrund eines starken Brandkrustenpilzbefalls. Im Winter 2012 erhielt eine Baumschule den Auftrag, vorsorglich Ableger zu nehmen, von denen 14 bis 2018 zu einer Höhe von einem bis zwei Metern herangewachsen waren.
Nachdem im Mai 2018 einer der großen Äste abgebrochen war, drohte der Baum aus dem Gleichgewicht zu geraten und umzustürzen, sodass er im Oktober des Jahres auf eine Höhe von rund zweieinhalb Metern gekürzt wurde. Zu einer weiteren Beschädigung kam es im Juli 2019 durch einen wahrscheinlich vorsätzlich gelegten Schwelbrand. Eine Entscheidung über das weitere Vorgehen blieb zunächst offen. Das Bruchholz wurde versteigert und von Künstlern aus der Region zu Skulpturen, Heiligenfiguren, Lindenblättern und anderen Dekorationsgegenständen verarbeitet. Inzwischen treibt die Linde aus dem Stumpf wieder aus und ähnelt im belaubten Zustand einem Strauch. Man hofft, dass sie in den kommenden Jahrzehnten wieder zu einem Baum heranwächst.
Johann Holtz (1875-1944), Flensburger Grafiker und Maler, ist vor allem für seine Notgeldentwürfe für Flensburg während der deutsch-dänischen Volksabstimmung 1920 in Nordschleswig und für den Entwurf von Abstimmungsplakaten bekannt.
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