State: Germany, Weimar Republic
Issuer: Kolberg (town)
Location of issue: Kolberg (town) (Pommern / Poland: Kolobrzeg) Stadt
Date of issue: 1.9.1921 AD., Series: Persönlichkeiten
Value: 25 Pfennig
Size: ca. 82 x 57 mm
Material: ribbed paper
Watermark: -
Serial : -
Serial no. : 53775
Signatures: (2)
Printer: Gebr. Parcus, München ; designer: ?
Obv.: / / / …. , value, text, signatures and serial.
Rev.: 25 – Pf / ... / SCHILL , portrait of Ferdinand von Schill.
References: Grabowski/Mehl 737.1-1/4 .
Ko?obrzeg, deutsch Kolberg, früher Colberg, ist heute eine Hafenstadt in der polnischen Woiwodschaft Westpommern. Kolobrzeg ist Sol- und Kurbad an der Ostsee. 1925 lebten ca. 30.115 Einwohner in Kolberg, davon 28.482 Evangelische, 836 Katholiken, 17 sonstige Christen und 290 Juden.
Vom 9. Jahrhundert an bestand eine pomoranische Siedlung, die der Ausbeutung der Salzquellen an der Mündung der Persante diente. Diese wurde zuerst in der Chronik Thietmar von Merseburgs unter dem Namen salsa Cholbergiensis – also etwa: Salz-Kolberg – erwähnt, und zwar als Sitz des Bischofs Reinbern im Jahre 1000.
Im Zuge der deutschen Ostsiedlung ließen sich deutsche Siedler etwa 2 km nördlich der bestehenden slawischen Siedlung nieder. Es entstand ein Ort mit regelmäßigem Grundriss und einer umlaufenden Mauer. Im 17. Jahrhundert entvölkerte sich Kolberg durch die Pest und den Dreißigjährigen Krieg mit seinen Auswirkungen. 1627 besetzten kaiserliche Truppen die Stadt und befestigten sie. 1631 eroberten schwedische Truppen Kolberg nach fünfmonatiger Belagerung. Hinterpommern und damit auch die Stadt Kolberg kamen mit dem Westfälischen Frieden 1648 an Brandenburg-Preußen.
Während des Vierten Koalitionskrieges ereignete sich die Belagerung Kolbergs 1807 durch die Truppen Napoleons. Verteidigt vom Kommandanten Gneisenau, dem Freikorpsführer Schill und den Bürgern um den Bürgerrepräsentanten Nettelbeck hielt sich die Festung bis zum Friedensschluss. Dieser Erfolg wurde kurz darauf zur Legende, die im politischen Kräftespiel des 19. und 20. Jahrhunderts verschiedene Formen annahm. Zuletzt diente sie 1944 als Vorlage für den Propagandafilm Kolberg.
Im Mai 1945 lebten nur noch etwa 2200 Deutsche in Kolberg. Nach Kriegsende wurde Kolberg zusammen mit ganz Hinterpommern von der Siegermacht Sowjetunion gemäß dem Potsdamer Abkommen dem kommunistischen Regime der Volksrepublik Polen zur Verwaltung überlassen. Noch 1945 wurde die Stadt in Ko?obrzeg umbenannt. Es begann danach die Zuwanderung polnischer Einwohner, während die einheimische Bevölkerung mit Ausnahme weniger Personen, die für den Wiederaufbau der Infrastruktur benötigt wurden, von der örtlichen polnischen Verwaltungsbehörde aus Kolberg vertrieben wurde.
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Ferdinand Baptista von Schill (* 6. Januar 1776 in Wilmsdorf bei Dresden; † 31. Mai 1809 in Stralsund) war ein preußischer Offizier, der als Freikorpsführer in den Kriegen mit Frankreich von 1806/07 und 1809 bekannt wurde.
Im Krieg Preußens gegen Napoleon wurde Schill 1806 in der Schlacht bei Auerstedt durch einen Säbelhieb auf den Kopf schwer verwundet und rettete sich über Magdeburg und Stettin in die Festung Kolberg, wo er sich anlässlich der Belagerung Kolbergs 1807 beim Kommandanten Oberst Ludwig Moritz von Lucadou gesund meldete. Dieser gestattete Schill, mit wenigen Leuten Streifzüge in die Umgebung zu unternehmen. Er sollte Verteidigungsmittel, Rekruten und Geld in die Festung bringen sowie Aufklärung betreiben. Aber Schill begann einen Kleinkrieg gegen französische Besatzungstruppen in ganz Pommern. Für den gelungenen Überfall auf Gülzow am 7. Dezember 1806 wurde er vom König Friedrich Wilhelm III. noch im selben Monat zum Premierleutnant befördert und mit dem Orden Pour le Mérite dekoriert. Aufforderungen seines Regimentskommandeurs, zum Regiment nach Ostpreußen zurückzukehren, ignorierte er. Schill wurde schnell berühmt, seine Truppe wuchs rasch an.
Der König gestattete ihm per Kabinettsorder vom 12. Januar 1807, mit eigenen Mitteln aus versprengten oder ranzionierten Soldaten der preußischen Armee das Freikorps Schill aufzustellen. Im Februar 1807 zählte es über 960 Infanteristen und Jäger, 450 Reiter und 50 Artilleristen mit 11 leichten Geschützen. Von der Bevölkerung nach Kräften unterstützt, verliefen die kleineren Unternehmungen des Korps meist glücklich, die größeren aber unglücklich. Der am 15. Februar 1807 versuchte Überfall auf Stargard wurde mit Verlusten zurückgeschlagen, das befestigte Naugarder Amt von Schill, der zum Rittmeister befördert worden war, tapfer, aber erfolglos verteidigt. Schon bei diesen Aktionen zeigte sich eine verhängnisvolle Selbstüberschätzung Schills. Er musste verwundet nach Kolberg zurück, wo sich der Gegensatz zum Kommandanten Lucadou infolge seines vom König nicht klar festgelegten Unterstellungsverhältnisses verschärfte. Als im März 1807 die Franzosen Kolberg eingeschlossen hatten, erschien Schill in Stralsund, um die schwedischen Truppen in Schwedisch-Pommern zur Unterstützung Kolbergs zu bewegen. Mitte April ging er in derselben Mission nach Stockholm. Am 12. Mai schiffte er sich mit seiner Kavallerie von Kolberg nach Vorpommern zu Blücher nach Rügen ein, während die Infanterie zur Verteidigung der Maikuhle zurückblieb.
Eine Woche nach dem Waffenstillstand von Tauroggen beförderte Friedrich Wilhelm III. am 30. Juni 1807 Schill für seine Verdienste zum Major, doch musste sich seine Truppe – ohne an Kämpfen teilgenommen zu haben – mit Blücher in den Demarkationsbezirk zwischen Kammin und Köslin zurückziehen; das Korps wurde nach dem Frieden von Tilsit in den Ausbildungsdienst versetzt. Im September 1807 ernannte der König Schill zum Inhaber des aus der Reiterei seines Korps gebildeten 2. Brandenburgischen Husarenregiments („von Schill“). Schills Fußtruppe gliederte er als Leichtes Bataillon von Schill in das neue Leib-Infanterie-Regiment ein. Am 10. Dezember 1808 ritt Schill nach dem Abzug der französischen Besatzer im Triumph mit seinem Husarenregiment an der Spitze der zurückkehrenden preußischen Truppen in Berlin ein.
Schillsche Jäger in der Erhebung gegen Napoleon: In den für 1809 zeitgleich mit der Erhebung Österreichs gegen die Herrschaft Napoleons in Deutschland vorgesehenen Aufständen war ihm eine wichtige Rolle zugedacht, aber Schill wollte nicht abwarten. Der jubelnde Beifall der Bevölkerung, der wieder erwachte Patriotismus und wohl auch eine gewisse Portion Selbstüberschätzung hoben den Husarenoffizier Schill über sich selbst hinaus und verleiteten ihn zu unüberlegten, mit der Armeeführung nicht abgestimmten Handlungen. Vergeblich versuchte auch General Ernst von Rüchel, mit dessen Tochter Elise sich Schill verlobt hatte und auf dessen hinterpommerschem Gut Haseleu er gelegentlich zu Gast war, mäßigend einzuwirken. Nach Beginn des Krieges verließ Schill am 28. April – wie zum Manöver – mit seinem Regiment Berlin. Eine Meile außerhalb der Stadt hielt er seinen Soldaten eine Ansprache, die den Eindruck verstärkte, er handele in höherem Auftrag. Den Befehl der Kommandantur zur sofortigen Rückkehr beachtete er nicht. Bekannt wurde die Truppe als Schillsche Jäger.
Schill wandte sich zunächst nach Dessau, das er am 2. Mai besetzte. Dort ließ er seinen Aufruf „An die Deutschen“ drucken. Die Anfang Mai eintreffende Nachricht von der Niederschlagung der Erhebung in Österreich versetzte seinem Tatendrang einen deutlichen Dämpfer, aber er ließ sich von seinen Offizieren mitreißen und lieferte sich am 5. Mai bei Dodendorf unweit von Magdeburg mit der Schlacht bei Dodendorf ein auch für die französische Seite verlustreiches Gefecht mit einer Abteilung der Magdeburger Garnison. Am selben Tag hatte Jérôme Bonaparte, der Bruder Napoleons und König von Westphalen, einen Preis von 10.000 Francs auf seinen Kopf ausgesetzt. Der preußische König Friedrich Wilhelm III. sprach sich scharf gegen Schills eigenmächtige Tat aus. Sein Regiment, das durch Anwerbung noch anwuchs, ging an die untere Elbe und von dort, durch Holländer unter Carl Heinrich Wilhelm Anthing und Dänen verfolgt, in Richtung Stralsund, dessen aus Polen und Mecklenburgern bestehende Besatzung ihm entgegenkam, aber schon bei Damgarten geschlagen wurde.
Am 25. Mai 1809 trafen gegen zehn Uhr die Schillschen Jäger aus Damgarten in Stralsund ein. Schill zog durch das Tribseer Tor in die Stadt ein, die er noch aus dem Jahr 1807 kannte. Nachdem er in Damgarten erfolgreich gekämpft hatte, hoffte er in der Festungsstadt Stralsund auf ein Fanal für die Befreiung von der französischen Fremdherrschaft. Seinem Mitkämpfer Leutnant Leopold von Lützow rief er zu: „Wir brauchen Stralsund als Stützpunkt für den Kleinkrieg, auch wenn wir ehrenvoll fallen sollten.“
Am 31. Mai 1809 griffen, wie von Schill erwartet, Truppen des Königreichs Holland unter dem französischen General Pierre Guillaume Gratien und dänische Truppen unter General Johann von Ewald die Stadt an. Der erste Angriff am Tribseer Tor, durch das Schill selbst sechs Tage zuvor eingerückt war, konnte abgewehrt werden. Jedoch rückten die angreifenden Truppen dort nur zur Ablenkung an. Ihre Hauptmacht konzentrierte sich auf das Kniepertor, wo sie schnell in die Stadt vordringen konnte. Gegen die Übermacht wehrten sich die schillschen Truppen verzweifelt. Nur einem kleinen Teil gelang die Flucht durch das Frankentor; die meisten fielen im Kampf. Einige Offiziere gerieten in Gefangenschaft und wurden zunächst im Keller des Hauses Fährstraße/Alter Markt gefangen gehalten, woran eine Gedenktafel über dem Kellereingang noch heute erinnert. Schill selbst wurde nach einem Fluchtversuch, der ihn in der Annahme, die Stadt dort verlassen zu können, ins Johanniskloster geführt hatte, beim Ritt durch die Fährstraße vor dem Haus Nummer 21 von einer Kugel tödlich getroffen.
Die Sentenz „Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende“ geht auf von Schill und auf diese Zeit zurück.