State: Germany, Weimar Republic
Issuer: Ruhla (SWE und SG / Th) Stadt
Location of issue: Ruhla (Sachsen-Weimar-Eisenach / Thüringen)
Date of issue: 1.4.1921
Value: 50 Pfennig
Size: 94 x 66 mm
Material: paper
Watermark: - (handmade paper)
Serial : -
Serial no. : -
Signatures: Unterschrift: "Theob. Hoppert" (1)
Printer: O. Schwinger Nachf., Ruhla ; designer: Paul Beyer, Erfurt
Obv.: 50 – 50 / Ich geall in der Ruhl bis Neujoihr 1922 / … , Handwerker und ein Pferd in einer Schmiede.
Rev.: PAUL BEYER ERFURT / Off Hearnuirt wohnt de Hodvollä, / Dao schwomm in Geall de Kass, juchhä! / Off Üttro warn mähn power Lüt, / … , drei Geldsäcke mit Portaits.
References: Grabowski/Mehl 1153.1-1/6 .
Ruhla ist eine Bergstadt in Westthüringen zwischen Eisenach und Schmalkalden. Der staatlich anerkannte Erholungsort liegt auf einer Höhe von 440 bis 530 Metern an der Nordseite des Thüringer Waldes am Rennsteig. Zur Stadt Ruhla gehören die Ortsteile Thal und Kittelsthal. Mit beiden Ortsteilen hatte die Stadt Ende 2022 knapp 5300 Einwohner auf einer Fläche von 38,51 Quadratkilometern. Gemeinsam mit Seebach, wo Ruhla als erfüllende Gemeinde dient, zählt der Zusammenschluss etwa 7000 Einwohner. Der Name Ruhla soll von dem durch den oberen Ortsteil fließenden Bach Rolla (abgeleitet von Geröll) hergeleitet sein.
Die 1355 erstmals schriftlich erwähnte Stadt erlangte Bekanntheit als Industrie- und Uhrenstadt, ist heute aber mehr touristisch geprägt. Das Stadtrecht bekam Ruhla 1896 zugesprochen.
Spätestens im 10. Jahrhundert drangen Wanderschmiede in die heutige Ruhlaer Gegend vor, um saisonal das vorhandene Eisenerz abzubauen. Die ersten Siedler machten sich etwa drei Jahrhunderte später entlang des Gebirgskammes Rennsteig sesshaft. Sie waren auf der Suche nach obertägigen Erzen und verarbeiteten diese vor Ort in Waldschmieden; sie waren zugleich Bergleute, Köhler und Schmiede. Nach dem Verfall des Waffenschmiedehandwerks um 1530 verlegten sich viele Einwohner auf die Herstellung von Messerwaren.
Die Ruhlaer Teilung gilt als ein Beispiel für die Kleinstaaterei in Thüringen. Die politische Geschichte der Stadt wurde über lange Zeit durch die Mehrstaatlichkeit des Ortes geprägt. Die durch das enge Tal stark begrenzte Siedlungszone führte trotz der trennenden politischen Grenzen zu einer gemeinsamen Identität als „Rühler“.
Nach der Reichseinigung 1870/71 setzte ein immenser wirtschaftlicher Aufschwung ein, der durch zahlreiche Firmengründungen in Ruhla begleitet wurde. Seit 1880 war Ruhla an das Eisenbahnnetz angeschlossen. 1896 erhielten beide Ortsteile das Stadtrecht verliehen.
Aus der beigefügten Verpackung ( von https://fox-notes.ru/BDS/BDS2/PDF_A19072017_0009.pdf ) :
Off Hearnuirt wohnt de Hodvollä,
Dao schwomm in Geall de Kass, juchhä!
Off Üttro warn mähn power Lüt,
Mit dan öhrn Stüren reeichts neet wiet.
Daos woir au so ea üwwel Sach,
Die Unfried schuf unn oft au Krach.
In finanzieller Hiniicht waren die folgen der Zwei-
teilung besonders drastisch. hatte doch beispielsweise
der Gothaische Ortsteil an viermal soviel Straßen zu
unterhalten und die doppelte Anzahl Lehrer zu be-
zahlen als die weimarische Schwestergemeinde, die
nicht mit Unrecht das Millionenviertel Ruhlas genannt
wurde. Unmittelbar vor dem Kriege maren die
Verhältnisse in beiden Gemeinden ziemlich geordnete.
Die weimarische Kasse verfügte über ein wohlgefülltes
größeres Stadtsåckel, der Kämmerer konnte deshalb
mit dem ganzen Gesichte lachen. Der gothaische Kol-
lege konnte nicht ganz so tief im Gelde wühlen, und
er lachte deshalb auch nur mit einem Auge, mährend
er mit dem anderen ob der ungerechten Verteilung
irdischen Mammons bittere Tränen uergoß. Der
mittlere Geldsack soll ein Sinnbild sein dafür, wie es
heute in puncto Finanzen hier ausschaut, Viele Orte
dürfte es übrigens nicht geben, deren Säckel einen
weniger schwindsüchtigen Eindruck macht.