1919 AD., Germany, Weimar Republic, Lublinitz, Stadtgemeinde, Notgeld, currency issue, 50 Pfennig, Tieste 4215.05.16, Obverse
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State: Germany, Weimar Republic
Issuer: Lublinitz, Stadtgemeinde
Location of issue: Lublinitz, Oberschlesien
Date of issue: 21.1.1919 AD.
Value: 50 Pfennig
Size: 71 x 45 mm (mit Klebestreifen auf RS)
Material: paper
Watermark: -
Serial : -
Serial no. : -
Signatures: - (0)
Printer: Julius Fiedler Nachf., Grünberg in Schlesien
Obv.: … , schwarzer Druck auf rotem Unterdruck mit Magistratssiegel und Stradtwappen.
Rev.: … , rotes Magistratssiegel mit Stradtwappen (mit Klebestreifen).
References: Tieste 4215.05.16 .
Lubliniec (deutsch Lublinitz, ursprünglich Lubin, 1941–1945 Loben) ist heute eine Stadt im Powiat Lubliniecki in der Woiwodschaft Schlesien in Polen. Die Stadt hat bedeutende Leicht- und Chemieindustrie; hier leben fast 25.000 Einwohner. Die Stadt liegt am Nordrand der Region Oberschlesien und des Oberschlesischen Industriegebiets, etwa 60 km nordwestlich von Katowitz und etwa 35 km südwestlich von Cz?stochowa (Tschenstochau). Durch das Stadtgebiet fließen vier Flüsse, die Malapane sowie das nach der Stadt benannte Lublinitzer Wasser, an dessen Ufer große Teile der Stadt angrenzen. Die Umgebung der Stadt ist von großen Waldgebieten, den Lublinitzer Wäldern umgeben, die bis nach Oppeln und Tschenstochau reichen.
Die Ortschaft wurde um 1270 an einer wichtigen Handelsstraße von Breslau nach Krakau vom Oppelner Herzog Wladislaus I. gegründet. Um das Jahr 1300 wurde die ursprünglich Lubin genannte Stadt von Herzog Boleslaus I. von Oppeln mit Magdeburger Recht versehen und mit einem rechteckigen Ring samt Pfarrkirche ausgestattet. In dieser Zeit kam die Stadt unter böhmische Herrschaft, aber bald darauf eroberte W?adys?aw II. Jagie??o die Stadt kurzzeitig für die Krone Polen. Nach der Reformation wurde Lublinitz im 16. Jahrhundert ein bescheidenes Zentrum des Protestantismus im katholischen Oberschlesien. Im 18. Jahrhundert stieg Lublinitz zur Kreisstadt auf und war somit Hauptstadt eines der größten Kreise des Herzogtums Oppeln.
1742 fiel die Stadt nach dem Breslauer Frieden, wie der allergrößte Teil Schlesiens, an Preußen. Zu neuer Blüte kam Lublinitz im 19. Jahrhundert, da sich nahe der Stadt die Eisenbahnlinien Rosenberg–Tarnowitz sowie Oppeln–Tschenstochau kreuzten und Lublinitz an dieses Eisenbahnnetz angeschlossen war. Im Zuge der Industrialisierung siedelten sich kleine Industriebetriebe in der Stadt an. 1893 wurde das alte Schloss von der preußischen Verwaltung gekauft und dort eine Klinik für die Bevölkerung der Stadt eingerichtet. Am Anfang des 20. Jahrhunderts hatte Lublinitz eine evangelische Kirche, drei katholische Kirchen, eine Synagoge, ein Waisenhaus, eine Oberförsterei, Maschinen-, Perlen-, Strumpf- und Zigarrenfabrikation, ein Elektrizitätswerk und war Sitz des Amtsgerichts Lublinitz.
Bis ins 19. Jahrhundert war die Stadt Lublinitz mehrheitlich polnischsprachig, erst um 1900 gab es im Bürgertum ein deutsches Übergewicht. Bei der Volksabstimmung in Oberschlesien 1921 wurden im Kreis Lublinitz 15.453 oder 53,1 % der 29.132 Stimmen für den Verbleib bei Deutschland abgegeben, wobei die Stadt selbst mit 88 % für Deutschland stimmte. Das für Polen ungünstige Abstimmungsergebnis nahm Wojciech Korfanty zum Vorwand, in der Nacht vom 2. auf den 3. Mai 1921 im nahe gelegenen Ort Czarny Las zum Dritten Schlesischen Aufstand aufzurufen. Schließlich wurde entschieden, dass Lublinitz wie das restliche Ostoberschlesien an Polen fallen solle, während ein Drittel des Kreises Lublinitz an den Kreis Guttentag angeschlossen wurde. Seitdem war Lubliniec neue Grenzstadt Polens zur preußischen Provinz Oberschlesien. Da das ländliche Umfeld jedoch mehrheitlich für Polen gestimmt hatte, wurde etwa zwei Drittel des Kreises Lublinitz an Polen abgetreten. Lublinitz wurde offiziell in „Lubliniec“ umbenannt. Viele deutschsprachige Bürger verließen daraufhin die Stadt.
Das Wappen der Stadt zeigt in gespaltenem Schild, rechts einen halben, goldenen Adler auf blauem Grund, links in rot fünf silberne Sterne. Diese Darstellung findet sich bereits in einem Stadtsiegel von 1660. Historisch waren die fünf Sterne silber in Rot, in neuerer Zeit wurde die Farbgebung in gold auf blau geändert. Der goldene Adler erinnert als Wappentier der oberschlesischen Piasten an die Gründung der Stadt durch Herzog Wladislaus I. von Oppeln. Die Sterne führt Hugo Saurma auf die Freiherren von Garnier zurück, in deren Besitz sich Lublinitz von 1727 bis 1763 befand und deren Wappen neben dem Reichsadler drei Sterne zeigt.
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