1921 AD., Germany, Weimar Republic, Königswinter (Verkehrsverein), Notgeld, collector series issue, 25 Pfennig, Grabowski/Mehl 731.2-1/3. Obverse
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State: Germany, Weimar Republic
Issuer: Königswinter (Verkehrsverein)
Location of issue: Königswinter (town) (Rhl / NW)
Date of issue: 15.7.1921 AD.,
Value: 25 Pfennig
Size: 95 x 63 mm
Material: paper
Watermark: Rheinische Wellen
Serial : -
Serial no. : -
Signature: (1)
Printer: H. Stürtz A. G., Würzburg ; designer: Franz Josef Krings
Obv.: / / / …. , Burgruine Drachenfels.
Rev.: / / / …. , Katharina Walpottin.
References: Grabowski/Mehl 731.2-1/3 .
Königswinter ist eine Stadt im Rhein-Sieg-Kreis in Nordrhein-Westfalen mit 41.277 Einwohnern (31. Dezember 2019), auf der östlichen Rheinseite gegenüber dem Stadtbezirk Bad Godesberg der Bundesstadt Bonn. Die Stadt liegt zu Füßen des Siebengebirges mit dem Petersberg, der als Standort des Bundesgästehauses vielfach Stätte von Konferenzen mit nationaler und internationaler Ausstrahlung wurde. In den Jahren 1064 und 1269 wurde der Ort als „Wintere“ und 1316 als „Wynteren inferior“ (Niederwinter) erwähnt. Erst 1342 erschien zum ersten Mal der Name „Kuoningwinteren“. Der Name Königswinter entstand angeblich, nachdem Karl der Große am Drachenfels eine Weindomäne erworben hatte, es somit ein königlicher Winzerort (lateinisch Vinetum = Weingarten) geworden war, wofür es jedoch keinerlei Nachweis gibt.
Anfang des 19. Jahrhunderts war in Königswinter die einzige befestigte Straße die heutige Hauptstraße, an der man auch die ältesten Gebäude findet. Weinanbau, Forstwirtschaft, Steinbruch und eine Mine waren die Arbeitgeber. Der bereits im 18. Jahrhundert einsetzende und im 19. Jahrhundert sich verstärkende Fremdenverkehr erschloss dem Ort eine neue wirtschaftliche Grundlage. Insbesondere der Drachenfels wurde durch das romantische Gedicht „The Castled Crag of Drachenfels“ Lord Byrons bekannt und seitdem von britischen Reisenden auf der Grande Tour aufgesucht. Weitere Berühmtheit erlangte der Drachenfels auch durch die Ende des 18. Jahrhunderts wiederentdeckte und von dem Bonner Germanisten Karl Simrock aus dem Mittelhochdeutschen übersetzte Nibelungensage.
Nach Inkrafttreten des Versailler Vertrags 1920 gehörte Königswinter (inkl. eines Großteils des heutigen Stadtgebietes) zunächst zum unbesetzten Gebiet im Rheinland. Die Grenze zur fünfjährigen Besatzungszone verlief zwischen Oberkassel und Oberdollendorf. Infolge des Ruhrkampfs wurde auch Königswinter am 25. Februar 1923 als Teil des sog. „Einbruchsgebiets“ im südlichen Siegkreis und nördlichen Kreis Neuwied von französischen Truppen besetzt.
Der Drachenfels ist ein Berg im Siebengebirge am Rhein zwischen Königswinter und Bad Honnef. Aufgrund seiner markanten Lage über dem Rheintal, der Ruine der Burg Drachenfels, seiner Verwendung als Sujet der Rheinromantik und einer frühen touristischen Erschließung erlangte er im 19. Jahrhundert weite Bekanntheit. Mit einer Höhe von 321 m ü. NHN liegt der Gipfel rund 270 m über dem Rhein.
Die mittelrheinischen Walpoden
Die Waldbott von Bassenheim sind eine rheinländische Familie, nach Bassenheim bei Koblenz benannt. Der Name Waldbott kommt daher, daß sie ab 1267 das Walpodenamt der Grafen von Diez innehatten. Ihr Stammhaus ist die Burg Waltmannshausen bei Hadamar. Bassenheim bekamen die Walpoden vor 1300. Später nannten sich die einzelnen Zweige nach ihren neuen Häusern, und die Bedeutung des Stammzweiges zu Waltmannshausen wurde durch den Aufstieg anderer Zweige überflügelt. Angefangen hat die Familie als Walpoden von Waltmannshausen, bedeutend wurden die Walpoden von Bassenheim.
So hießen sie zuerst "Walpod", was sich später in "Waldbott" änderte. Der Name kommt also nicht von "Wald", sondern von "Gewalt", "walten" - denn ein Walpode bezeichnet im Rheinland einen Bevollmächtigten, einen Gewaltboten, jemanden mit Herrschafts- und Vollzugsbefugnis. Aus der Amtsbezeichnung hat sich dann der Familienname entwickelt, ergänzt durch den Sitz. Ähnliche Familiennamen, die sich aus einem Amt entwickelt haben, sind Schenk, Truchseß etc.
Die weitverzweigte Familie der Walpoden nannte sich nach ihren jeweiligen Sitzen: So gibt es neben den Waldbott von Bassenheim auch die die Walpoden Herren zu Waltmannshausen (älteste Linie auf der Stammburg), die Walpoden von Andernach (1337, offensichtlich identisch mit den Walpoden von Bassenheim), die Walpoden von Ulmen (1321-1472, frühe Abzweigung der Walpoden von Waltmannshausen und eigentlich die begütertere Hauptlinie) und die Waltpot von Pfaffendorf (1370-1621). Urkundlich sind ferner die Walpoden von Koblenz 1294, die Walpoden von Braubach 1300, die Walpoden von Münstermaifeld 1305, die Walpoden von Lahnstein 1305, die Walpoden von Polch 1337, die Walpoden von Vallendar 1344 und die Walpoden von Girsenach 1381.
Die Linie, die zur wichtigsten und erfolgreichsten werden sollte, stieg erst in späteren Jahrhunderten zu ihrem Zenit auf: Die Waldbott von Bassenheim, die sich ebenso von den Walpoden von Waltmannshausen ableiten und den Namen ihres neuen Stammsitzes bei Koblenz annahmen.
Eine wichtige Heirat, die diesen Aufstieg einleitete, war die von Otto Waldbott von Bassenheim (gest. 1507) um 1477 mit Apollonia von Drachenfels, der Schwester von Clais von Drachenfels, denn aufgrund eines Erbfalles bekamen die Waldbott Burg Gudenau bei Wachtberg, das sie später zum Schloß ausbauten, und die Hälfte der Einkünfte aus dem sog. Drachenfelser Ländchen. Auch Burg Olbrück kam dabei an die Waldbott. Als die Familie der Burggrafen von Drachenfels am 3.5.1530 im Mannesstamm ausstarb, kam es zu langen Erbauseinandersetzungen zwischen den von Mylendonk und den Waldbott als Erben bis zu einer gleichberechtigten Teilung 1616. Erst 1642 bekam Ferdinand Waldbott auch den Rest des Drachenfelser Gebietes von Köln zu Lehen, nicht ohne noch 1695 eine Abfindung an die Herzöge von Croy zu zahlen. Die Waldbott zu Bassenheim waren damit nicht nur Herren zu Gudenau, sondern auch Erbburggrafen des Erzstifts Köln. Der Ausbau der Residenz Gudenau zum Wasserschloß und die Prozeßkosten wegen Drachenfels waren zeitweise für die Familie ruinös.
Genealogie der Linie zu Gudenau
Otto Waldbott v. Bassenheim (vor 1477 - 1498), 1468 Belehnung mit der Waldbodie der Grafschaft Dietz von Nassau-Dillenburg, erheiratet mit seiner Frau Apollonia v. Drachenfels die Ansprüche auf die Erbburggrafschaft Drachenfels und das sog. Drachenfelser Land
Anton Waldbott v. Bassenheim (- 17.2.1537) zu Bassenheim, Olbrück, Gudenau, Königsfeld und Sevenich, letzter Herr über ungeteiltes Waldbott-Land, 1512 Teilung mit dem Bruder, Aufteilung des Landes unter seinen Söhnen, vermählt mit Elisabeth Greiffenclau v. Vollraths
Otto Waldbott v. Bassenheim, Herr zu und Begründer der Linie zu Gudenau, 1.12.1563 Kauf von und 1571 Belehnung mit Haus Kuchenheim, vermählt mit Johannetta Scheiffart v. Merode (- 14.11.1613)
Otto Heinrich Waldbott v. Bassenheim (20.11.1561 - 1639), Herr zu Gudenau, Drachenfels und Kuchenheim, Erbburggraf des Erzstifts Köln, Kämmerer, Geheimrat und Oberstallmeister, vermählt mit Katharina Freiin v. Hochstaden (- 1632)
Ferdinand Waldbott v. Bassenheim (- 1654/1659), Herr zu Gudenau, Merll, Rüxheim, Billig, Nierendorf, Ödingen und Kuchenheim, Erbburggraf zu Drachenfels, kurkölnischer Kämmerer und Rat, vermählt mit Maria Quad v. Buschfeld
Otto Werner Freiherr Waldbott v. Bassenheim (1636 - 1689), Erbburgraf zu Drachenfels, Herr zu Gudenau, Merll, Odenhausen, Vilip, Ödingen, Nothausen, Nierendorf, Rüxheim, Billig, Pfandherr zu Wolkenburg, Königswinter und Horchheim, vermählt mit Maria Alexandrine Elise v. u. z. Velen u. Megen (geb. 28.10.1636)
Maximilian Hartard Freiherr Waldbott v. Bassenheim (- 16.2.1734), Erbburggraf zu Drachenfels, Herr zu Gudenau, Merll, Odenhausen, Vilip, Ödingen, Nothhausen, Nierendorf, Rüxheim, Billig, Amtmann zu Godesberg und Mehlem, kurkölnischer Kämmerer, Geheimrat, 1713 Obersthofmarschall?, vermählt mit Maria Magdalena Rosina Adolphina Waldbott v. Bassenheim (- 29.10.1759)
Joseph Klemens Waldbott v. Bassenheim (- 31.8.1735), unvermählt und kinderlos, Linie zu Gudenau erlischt 1735 im Mannesstamm
Maria Alexandrina Odilia Theres Freiin Waldbott v. Bassenheim (- 4.3.1744), Erbin zu Gudenau, Vilip, Berkum usw. und der Burggrafschaft Drachenfels, vermählt mit Carl Georg Anton von der Vorst, Freiherr zu Lombeck (1679 - 1.7.1745)
Clemens August von der Vorst Baron zu Lombeck-Gudenau Burggraf v. Drachenfels (- 1817)
Maria Elisabeth Freiin von der Vorst (geb. 1736)
Maria Theresia Freiin von der Vorst (1737 - 1793)
Die Burgruine Drachenfels im Siebengebirge ist der Rest einer Höhenburg auf 321 m ü. NHN, die 1138 vom Kölner Erzbischof Arnold I. begonnen und 1149 von Gerhard von Are, dem Propst des Bonner St.-Cassius-Stiftes, gekauft und fertiggestellt wurde. Sie steht auf dem gleichnamigen Berg. Der wohl berühmteste Burggraf Godart wurde durch den Trachyt vom Drachenfels, wichtigstes Baumaterial für den Kölner Dom, sehr vermögend. 1632 eroberten protestantische schwedische Truppen den Drachenfels, die im folgenden Jahr von spanischen Truppen wieder vertrieben wurden. Dies bewegte den Kölner Kurfürsten Ferdinand 1634 zur Schleifung der Außenwerke, um weitere Kampfhandlungen um die Kontrolle der Burg zu verhindern. Nach den Beschädigungen bis 1634 wurde die Burg nicht mehr repariert.
1642 wurde ein neuer Besitzer gefunden. Gegen die Zahlung von 11.000 Talern erhielt der Freiherr Ferdinand Waldbott von Bassenheim zu Gudenau die Herrschaft Drachenfels. Das Lehen verblieb dieser Linie bis zu deren Aussterben.
Im Laufe der Zeit wuchsen die Trachyt-Steinbrüche bis an die Kuppe heran. Als ab 1807 die vollständige Zerstörung drohte, wurde die Abbautätigkeit verboten, nachfolgend 1836 die Bergkuppe von der preußischen Regierung gekauft.
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